|
Weltweiter Frieden ist ein alter Traum der Menschheit,
schon solange es kriegerische Auseinandersetzungen gibt. Jedoch heute
ist ein militärischer Waffenstillstand so unerreichbar wie nie zuvor...
Und dennoch gibt es im Zusammenhang mit den Olympischen Spielen einen
hoffnungsvollen Aufruf an die Welt, der erstmalig vor ungefähr 3000
Jahren verkündet wurde:
Der Olympische
Waffenstillstand (Olympic Truce)
Der Brauch ist in der als Ekecheiria bekannten griechischen
Tradition aus dem 8. Jahrhundert vor Christi Geburt verwurzelt und sollte
es Sportlern ermöglichen, unversehrt zur Teilnahme an den Olympischen
Spielen reisen zu können. Viele der teilnehmenden Sportler waren
Soldaten und Kriegshandwerker. So herrschte während der Wettkämpfe
dann tatsächlich Waffenruhe, die ursprünglich etwa einen Monat
andauerte, später aber auf eine Zeit von bis zu drei Monaten ausgedehnt
wurde. Während dieser Tage konnten sich die Zuschauer, Würdenträger
und Sportler ungestört auf den Weg nach Olympia machen, selbst wenn
ihr Weg durch das Gebiet eines Staates führte, der mit dem eigenen
im Krieg lag.
Dieses Gebot wurde von der gesamten griechischen Welt geachtet.
Ein Versuch
der Wiederbelebung
Der erste Aufruf zur Olympischen Waffenruhe der Moderne wurde dann erst
wieder 1992 durch das IOC zusammen mit der UN (United Nations) initiiert...
fast 3000 Jahre später. "Olympic Truce" heißt, sich
für Konfliktlösungen einzusetzen, Solidarität zu beweisen
und die Idee zu kommunizieren, den Dialog zwischen allen Parteien mit
dem Ziel des Weltfriedens zu fördern, und ein Vorbild für die
Jugend zu sein.
Alle 190 Vereinten Nationen, sowie prominente Staatsoberhäupter und
Würdenträger haben dieser Resolution zugestimmt - Und fortan
wurde sie jeweils rechtzeitig vor den Olympischen Sommer- und Winterspielen
wiederholt beantragt und erfolgreich abgestimmt. (Leider führen einige
Länder wie die USA bisher dennoch Krieg während der Spiele).
Ein Friedens-Institut mit Sitz in Olympia
Auch Griechenland hat die Wiederbelebung dieser Tradition mit Unterstützung
der UNO, des Europäischen Rates, der UNESCO und des Internationalen
Olympischen Komitees gefördert. In Vorbereitung der in Griechenland
im Jahre 2004 stattfindenden Olympischen Spiele wurde das International
Olympic Truce Centre (IOTC) gegründet, das die Durchführung
einer groß angelegten Kampagne übernommen hat. Weltweit haben
über 400 berühmte Persönlichkeiten den Text des Olympischen
Friedens unterschrieben.
Warum kann es
keinen Frieden geben?
Seit 1993 hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen nun wiederholt
ihre Unterstützung und einstimmige Annahme der Bemühungen zugesagt
und eine Resolution mit dem Titel Aufbau einer friedlichen und besseren
Welt durch Sport und Olympische Ideale herausgegeben. In der Milleniums-Erklärung
der Vereinten Nationen vom 8. September 2000 heißt es zudem: Wir
fordern die Mitgliedstaaten nachdrücklich auf, einzeln und gemeinsam
heute und in Zukunft die Olympische Waffenruhe einzuhalten und das Internationale
Olympische Komitee bei seinen Bemühungen um die Förderung des
Friedens und der Verständigung zwischen den Menschen durch den Sport
und das olympische Ideal zu unterstützen.
So wurde auch im November 2005 in New York eine
neue UN-Resolution zur Olympischen Waffenruhe für Turin 2006 unterzeichnet.
Der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, Dr. Jacques
Rogge, kommentierte den Beginn der Initiativen zur Olympischen Waffenruhe
wie folgt: Seit 1992, als das IOC zum ersten Mal Maßnahmen
zur Olympischen Waffenruhe initiierte, haben uns die Vereinten Nationen
bei unserem Vorhaben unterstützt. Ich hoffe, dass die Resolution
und die Maßnahmen für die Turiner Spiele erneut ihr Echo in
der Weltgemeinschaft finden werden. ...
Der Olympische
Waffenstillstand ist die einzige Chance in dieser Welt
Auch die Redaktion ist der Meinung, dass einzig dieser weltweite Aufruf
für einen abrupten, grenzüberschreitenden und ideologieneutralen
Olympischen Waffenstillstand vielleicht eines Tages die einmalige Chance
bietet, dass alle Kriegstreiber für eine kurze Dauer tatsächlich
innehalten ... und im Augenblick der Stille einen längerfristigeren
Frieden schließen mögen!
|